2007
100 Jahre.jpg (41796 Byte)

Die DTK-Gruppe Frankfurt/Main e.V. feiert  ihr 100jähriges Bestehen.

Auch wenn sich die Anfänge der Teckelei in Hessen weitgehend im geschichtlichen Dunkel verbergen, hat die Teckelei in Hessen Tradition und historischen Boden. Es ist davon auszugehen, dass in der Zeit vor Gründung des Teckelklubs bereits Dachshunde gezüchtet wurden, die im jagdlichen Einsatz hervorragende Leistungen zeigten. Der Aufschwung des kynologischen Gedanken führte im Rhein-Main-Gebiet zu den ersten Zusammenschlüssen gleichgesinnter Teckelfreunde, Jäger, Forstbeamte und Züchter. Bereits im Jahr 1907 wurde die Ortsgruppe Frankfurt gegründet. Gründungsobmann war Ernst Prösler, Redakteur in Frankfurt, der gleichzeitig auch dem erweiterten Vorstand des Teckelklubs angehörte. Zu Prüfungen und Ausstellungen wurden für damalige Verhältnisse riesige Entfernungen zurückgelegt, um die Teckel vorzustellen. Alle haben in den frühen Jahren der Teckelei als Züchter, Hundeführer oder in anderer Weise Impulse gegeben. Im Ausstellungswesen wurde Neuland betreten, initiiert von Dr. Wolfgang Muno, der jahrelang 1. Vorsitzender der Gruppe Frankfurt sowie einer der Zuchtwarte war. Dr. Muno hat ausserdem im Vorstand der Arge Hessen sowie 22 Jahre im Hauptvorstand des Deutschen Teckelklubs 1888 e.V., davon sechs Jahre als 2. Vorsitzender und sieben Jahre als 1. Vorsitzender mitgearbeitet. Im Jahr 1963 wurde die Gruppe Frankfurt mit der Ausrichtung der ersten "Hessenschau" in Form einer Spezialzuchtschau mit Vergabe des Titels "Hessensieger" beauftragt. Diese "Hessenschau" war ein großer Erfolg und wurde danach alljährlich als Höhepunkt des hessischen Ausstellungswesen durchgeführt. Aus diesem Muster "Hessenschau" entwickelten sich später die Landessieger-Zuchtschauen des DTK mit ihren offiziellen Titeln "Landessieger". Von Herrn Gutberlet als 1. Vorsitzenden und Herrn Elias als 2. Vorsitzenden wurde die Gruppe Frankfurt am 20.08.1987 als eingetragener Verein initiiert.

Nachdem die DTK Gruppe Frankfurt/Main e.V. im Deutschen Teckelklub 1888 e.V.seit nunmehr 100 Jahren besteht, gilt es in der heutigen Zeit nicht nach hinten zu schauen, sondern sich den Fragen der Dackelhaltung hier im Raum Frankfurt zu stellen.

Hierbei gilt es, bei den Interessenten für einen Dackel als erstes mit dem Vorurteil "der Dackel hört nicht", aufzuräumen.

Hinter dem sprichwörtlichen Dackelblick versteckt sich der Philosoph unter den Hunden, der geduldig auf einen mitdenkenden Zweibeiner hofft. Sehr wohl ist der Dackel ein folgsamer und gelehriger Begleiter, wichtig ist nur, dass er vom Welpenalter an, eine gesunde, d.h. der Rudelhierarchie entsprechende Rangordung erfährt. Hier beginnt die Aufgabe bei uns im Teckelklub. Dackel können sich an den Öffnungstagen unter der Aufsicht ihrer Zweibeiner in der Rudelsozialisation einüben. Frauchen und Herrchen lernen die Verhaltensweisen zu verstehen.

In der Dackelschule geht es dann mit der Erziehung weiter. Gutes Gehen "bei Fuß" an lockerer Leine und nicht, wie leider manchmal zu sehen, der Dackel führt und der Zweibeiner läuft hinterher, ist das wichtigste. Aber auch folgsames "Sitz", "Platz" und insbesondere "Bleib" basieren auf gegenseitigem Vertrauen. Ich bin abgelegt, und mein Zweibeiner kommt mich wieder abholen. Dabei sollte man daran denken, dass unsere Dackel nicht unnötig herumbellen, das Kommando dafür ist "aus".

Mit diesem Rüstzeug versehen, sollte sich der Dackel gerade wegen seiner Kompaktheit in Stadtlagen wie Frankfurt, verlorenes Terrain als Stadthund zurückerobern können, ohne seine angezüchtete jagdliche Intelligenz, Wesensfestigkeit, Schönheit und Treue zu verlieren.

Über unsere "Dackelschule" kann man sich auf der Internetseite der "Dackelschule Frankfurt" auf dem Laufenden halten.

Es ist zu wünschen, dass es der Gruppe Frankfurt/Main e.V. auch im zweiten Jahrhundert ihres Bestehens gelingt, die Durchsetzung notwendiger Neuerungen sowie die Pflege verpflichtender Traditionen sinnvoll miteinander zu verbinden und zum Wohle unserer Dackel in praktische Alltagsarbeit umzusetzen.